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Betriebswirtschaft, Recht

Kostenfalle Einkauf: Wie Unternehmen den Preistreiber stoppen

Täglich rund 20 Insolvenzen in Österreich zeigen: Steigende Kosten setzen Betriebe massiv unter Druck. Einkaufsprofi Gerhard Orthaber warnt davor, den Einkauf als Preistreiber zu unterschätzen. Sein Appell: Aktiv gegensteuern und KI kompetent nutzen!

Teuerung kommt von selbst – Preisminderungen nicht

Geopolitische Krisen treiben Sprit- und Energiepreise in die Höhe. Das Hauptproblem: Einmal eingeführte Krisenzuschläge bleiben meist dauerhaft bestehen. Auch, wenn sich die Märkte längst wieder beruhigt haben.

Diese Entwicklung drückt den Deckungsbeitrag und gefährdet die Wirtschaftlichkeit. „Die Teuerung kommt von selbst, Preisminderungen nicht“, warnt Gerhard Orthaber. Seine klare Botschaft: Geschäftsführungen und Einkaufsverantwortliche dürfen dieser Dynamik nicht tatenlos zusehen. Sie müssen strategisch und kompetent reagieren.

Beschaffung im Dauerstress: Der Einkauf wird oft verkannt

Ob Express-Zuschläge, Mindermengen oder Gebühren für eine simple SMS-Benachrichtigung: Mittlerweile fordern Lieferanten Zuschläge auf die Zuschläge. Besonders dramatisch ist die Lage in der Logistik. Ihr Anteil an den Gesamtkosten ist je nach Produkt von 5 bis 7 Prozent in den letzten Jahren auf bis zu 20 Prozent gestiegen.

Zusätzlich zu den reinen Frachtkosten belasten weitere Faktoren die Budgets:

  • Kosten für CO2-Zertifikate
  • Steigende Zölle und komplexe Entsorgungsgebühren
  • Drohender Rohstoffmangel
  • Zunehmende Unsicherheit auf den Seewegen

Für Gerhard Orthaber steht fest: „Die Beschaffung steht vor einer enormen Zerreißprobe. Dennoch wird der Einkauf in vielen Unternehmen in seiner strategischen Bedeutung völlig verkannt.“

Einkauf mit Kennzahlen steuern: Schluss mit dem Prinzip Hoffnung

Orthaber will Führungskräfte wachrütteln: „Preise muss man nicht einfach schlucken. Wer den Einkauf professionell aufstellt, bekommt auch die Kosten in den Griff!“

In Krisenzeiten reicht es nicht mehr aus, nur an den guten Willen der Belegschaft zu appellieren. Unternehmen benötigen datenbasierte Strategien, klare Kennzahlen (KPIs) und moderne Software-Tools, um Einsparpotenziale im globalen Sourcing transparent zu machen und Kostenstrukturen nachhaltig zu optimieren.

„Der Einkauf läuft oft komplett unter dem Radar der Führung. Doch ohne Kennzahlen und klare Meilensteine verschenken Unternehmen hier massives Potenzial.“ – Gerhard Orthaber

Einkauf optimieren: KI als Wettbewerbsvorteil nutzen

Gerhard Orthabers Zugang zu künstlicher Intelligenz im Supply Chain Management ist pragmatisch und erfolgsorientiert. Moderne Algorithmen analysieren das gesamte Einkaufsvolumen in Echtzeit, decken versteckte Kostenfresser auf und realisieren Einsparungen von 5 bis 15 Prozent.

Die Voraussetzung für den Erfolg: „Ich muss präzise wissen, was ich will, und die KI möglichst konkret via Prompting füttern“, betont der Experte.

Auch die Prozesskosten sinken durch die radikale Automatisierung von Standard-Workflows drastisch. Hier kommen spezialisierte KI-Agents zum Einsatz. Orthaber nennt als Praxisbeispiel das Management von Lieferantenzertifikaten:

  • Manueller Aufwand: Wiederkehrende Zertifikate müssen auf Gültigkeit geprüft und manuell neu angefordert werden – ein enormer Zeitfresser für Mitarbeiter.
  • KI-Lösung: Digitale Assistenten übernehmen die Überwachung, den Versand von Erinnerungen und die Ablage vollautomatisch. Ein Kinderspiel für die KI.

KI im Risikomanagement: Lieferketten proaktiv sichern

Moderne Einkäufer müssen strategisches Risikomanagement betreiben, um Lieferabrisse zu verhindern. Spezialisierte Software-Tools überwachen geopolitische Krisenherde, Streiks, extreme Wetterereignisse und Insolvenzrisiken von Lieferanten rund um die Uhr.

„Wenn ein Tool diese Daten filtert, um Ausfälle proaktiv zu verhindern, ist das ein echter Gamechanger“, zeigt sich Orthaber begeistert. Sein praxisnaher Prompt-Ansatz für die KI: „Analysiere alle relevanten Tageszeitungen in den Lieferländern international und erstelle mir eine Risikoanalyse inklusive Handlungsempfehlungen.“ Dank moderner Sprachmodelle funktioniert das global und in Echtzeit.

Das klare Fazit des Einkaufsprofis lautet daher: Nutzen Sie das Potenzial von KI-Tools. Jetzt!

„Für den erfolgreichen Einsatz von KI-Agents empfehle ich Unternehmen, sich direkt mit Betrieben auszutauschen, die diese Technologie bereits erfolgreich in der Praxis nutzen.“ – Gerhard Orthaber

Porträt Gerhard Orthaber

Gerhard Orthaber verfügt über eine jahrzehntelange Erfahrung im Ein- und Verkauf für Unternehmen aus den Bereichen Handel, Serienproduktion und Anlagenbau mit Aktivitäten in Amerika, Asien, Osteuropa und Russland. Der international tätige Kommunikations- und Verhandlungstrainer, Einkaufsberater, Business Coach sowie WIFI-Lehrgangsleiter ist Mitglied des Vorstandes Forum Einkauf im ÖPWZ sowie für Einkauf und Marketing der Firma Vogrin Farben und Lacke GmbH in Lieboch verantwortlich (von der Beschaffung über die Versorgungssicherheit und das Lagermonitoring bis hin zur Preisgestaltung).

Wir danken Gerhard Orthaber, Experte für strategisches Einkaufsmanagement, herzlich für seine fundierte fachliche Expertise.

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Bildcredits: © AD | stock.adobe.com (Header), © WIFI Steiermark (Portrait Gerhard Orthaber)

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