Sonderausbildung 'Diabetischer Fuß' -  Grundlehrgang Sonderausbildung 'Diabetischer Fuß' -  Grundlehrgang
Sonderausbildung 'Diabetischer Fuß' - Grundlehrgang

'Diabeteserkrankungen nehmen zu, umso wichtiger ist professionelle Fußpflege!'

1 Kurstermin
04.02.2019 - 09.03.2019 Tageskurs
WIFI Süd
Verfügbar
Teilzahlung: 3 x 310,00 EUR
Einmalzahlung: 890,00 EUR

Mo-Sa 8.00-18.00 VA Tage: 4.2. bis 9.2.2019 und 9.3.2019
Kursdauer: 70 Stunden
Stundenplan

Seering 8
8141 Premstätten

Kursnummer: 5417018
1 Infotermin
14.01.2019 Abendkurs
WIFI Süd
Verfügbar
kostenlos

Mo 18.00-20.00
Kursdauer: 2 Stunden
Stundenplan

Seering 8
8141 Premstätten

Kursnummer: 5416018
05.02.2018 - 10.03.2018 Tageskurs
WIFI Süd
Teilzahlung: 3 x 300,00 EUR
Einmalzahlung: 850,00 EUR

Mo-Sa 8.00-18.00, VA Tage: 5.2. bis 10.2.2018 und 10.3.2018
Kursdauer: 70 Stunden
Stundenplan

Seering 8
8141 Premstätten

Kursnummer: 5417017

Sonderausbildung 'Diabetischer Fuß' - Grundlehrgang

Das WIFI Steiermark bietet Zusammenarbeit mit der Landesinnung der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure und der Med. Univ.-Klinik Graz für selbständige Fußpfleger die Zusatzausbildung „Diabetischer Fuß” an. Ziel dieser österreichweit einzigartigen Ausbildung ist es, für Typ 1 und Typ 2 Diabetiker eine kontinuierliche fachkundige Behandlung bezüglich der Problematik diabetischer Füße ergänzend zur medizinischen Betreuung in den Krankenhäusern zu gewährleisten.

Die Ausbildung erfolgt einmal jährlich mit maximal 20 Personen und endet nach 70 Stunden Unterricht mit einer kommissionellen schriftlichen Abschlussprüfung. Nach dieser Prüfung absolvieren die TeilnehmerInnen eine Hospitation an der Diabetes-Ambulanz im Umfang von acht Stunden und können sich anschließend in die Absolventenliste eintragen lassen. Vortragende sind u. a. Ärzte sowie medizinisches Personal der Diabetesambulanz der Universitätsklinik für Innere Medizin.

Inhalt im Detail:
  • Anatomie, Physiologie, Pathologie
  • Erste Hilfe, Unfallverhütung
  • Pathogenese, die therapeutischen Möglichkeiten bei Diabetes mellitus (Diät, Medikamente, Insulin), Hyper-/Hypoglykämie sowie psychologische Aspekte chronischer Erkrankungen. Besprochen werden ebenso die möglichen Komplikationen (Retinopathie, Neuropathie, Nephropathie und Makroangiopathie), Pathophysiologie, Fußpflege als Prophylaxe, Unterschied ischämischer und neuropathischer Fuß, Interventionsmöglichkeiten und die orthopädische Schuhversorgung
  • Hygiene
  • Ernährung und Therapie
  • Praktisches Arbeiten am diabetischen Fuß

(* Zu den angegebenen Zeiten kommen noch 20 Stunden praktisches Arbeiten in Kleingruppen hinzu.)


 

Interview mit Hermann Talowski

 
Bei Diabetes kann professionelle Fußpflege viel bewirken und so – vorbeugend – bis zu 50 Prozent aller späteren Amputationen verhindern. Dementsprechend gefragt sind die am WIFI speziell ausgebildeten FußpflegerInnen! Mehr darüber im Hintergrundinterview mit Herrn Talowski!

Hermann Talowski ist Spartenobmann Sparte Gewerbe und Handwerk, WK Steiermark: „Fußpflege in der heutigen Zeit ist keine Modeerscheinung, sondern zeitgerechte Hygiene. Jährlich bildet das WIFI 20 Fußpfleger/innen zu Spezialisten aus und hilft so mit, den Kranken viel Leid zu ersparen!“


Herr Talowski, warum ist diese Fußpflege speziell für DiabetikerInnen von so eminent großer Bedeutung?

Talowski: „Diabetes mellitus ist die Volkskrankheit Nummer eins in Österreich – eine der Folgen ist ein das so genannte diabetische Fußsyndrom, das sich z. B. in Form von sehr schlechter Wundheilung äußert, sodass schon kleinste Verletzungen große Folgen haben können – vor allem, wenn sie nicht gleich wahrgenommen und behandelt werden. Vor zehn Jahren haben wir daher gemeinsam mit der Diabetesambulanz im LKH Graz und vernetzt mit den orthopädischen SchuhmacherInnen diese Sonderausbildung für FußpflegerInnen am WIFI Steiermark ins Leben gerufen…“

Sie sprechen von der Vorgansweise in skandinavischen Ländern: Dass hier die Ausbildung der Fußpflege-SpezialistInnen vom Staat finanziert werde?

Talowski „Das wäre auch bei uns sinnvoll.Die WK Steiermark hat beim Joanneum Research eine Studie über die ‚Bedeutung von Fußpflege bei Diabetiker’ in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind signifikant: Bis 2015 sollen acht bis zehn Prozent der ÖsterreicherInnen an Diabetes erkrankt sein (derzeit sind es ca. 400.000) – und alle diese Erkrankten haben ein 15-fach höheres Fuß-Amputationsrisiko! Neben einer Vorsorgestruktur gegen Neuerkrankungen geht es also vor allem darum, dieses Risiko, das dem System nicht nur viel Geld, sondern den Betroffenen auch viel Leid verursacht, zu vermindern.“

Wurden in dieser Studie auch die finanziellen Auswirkungen einer solchen Maßnahme untersucht?

Talowski: „Bereits in der Studien-Einleitung wird zitiert, dass ein Betreuungsjahr von PatientInnen MIT Fußpflege auf annähernd € 2000.- kommt und eins OHNE auf ca. € 3650.-. das ist vor allem auf die Reduktion von Amputationen und deren Folgewirkungen zurück zu führen.“

Ist eine flächendeckende Vorsorge in der Steiermark denn überhaupt umsetzbar?

Talowski: „Ja. Wer die Fachprüfung zur/zum Diabetischen FußpflegerIn am WIFI absolviert hat, kann sich für zwei Jahre lang in eine von uns aufgelegte Broschüre eintragen lassen. Die liegt bei allen steirischen ÄrztInnen auf – kommt ein/e PatientIn, kann der Arzt sofort eine/n in der Nähe praktizierende/n Diabetische FußpflegerIn vermitteln. Auch in Altersheimen und von den PatientInnen selbst werden immer stärker die SpezialistInnen nachgefragt.
Die gibt es mittlerweile auch in großer Anzahl – unsere Fortbildung an der Uni Graz am Samstag, den 28. November haben z. B. über 200 TeilnehmerInnen gebucht. Aber natürlich werden noch viel mehr benötigt, daher auch der Verweise auf die skandinavische Vorgehensweise der geförderten Ausbildung.“

Und dann folgerichtig die Behandlung auf Krankenschein?

Talowski: „Ja.“


Vielen Dank für das ausführliche Gespräch!

 

Diese Spezialausbildung ist für FußpflegerInnen mit mindestens einjähriger Praxis konzipiert.