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ISO/IEC 42001: KI-Systeme strategisch steuern
Haben Sie die volle Kontrolle über Ihre KI oder nur über Ihre klassischen IT-Systeme?
IT-Sicherheitsstandards wie ISO/IEC 27001 und IT-Sicherheitsrichtlinien wie NIS2 tragen zum Schutz klassischer IT-Systeme bei, doch KI-Anwendungen bringen Risiken mit sich, die über klassische Datensicherheit hinausgehen. Während IT-Sicherheit die "Mauern" um Ihre Daten baut, entscheidet die KI-Governance darüber, was innerhalb dieser Mauern passiert. Da KI-Modelle nach Wahrscheinlichkeiten agieren, statt auf exakt programmierte Entscheidungsbäume, entstehen völlig neue Kontroll- und Haftungsrisiken. Egal wie stabil die Mauern sind: Halluzinationen, Bias und autonome KI-Agenten fordern einen neuen Steuerungsansatz.
Die ISO/IEC 42001 schließt die Lücke zwischen Datensicherheit und Datennutzung in KI-Systemen: Sie ist der weltweit erste Standard, der KI-Systeme systematisch beherrschbar macht. Durch die Implementierung eines KI-Managementsystems (AIMS) transformieren Sie unkalkulierbare KI-Risiken in messbare Qualität und schaffen so das nötige Vertrauen bei Kunden, Partnern und Regulatoren. Ein AIMS bildet die notwendige Ergänzung zu bestehenden Strategien zur NIS2-Umsetzung: Während ISO/IEC 27001 die IT-Infrastruktur absichert, stellt ISO/IEC 42001 sicher, dass die KI-Logik selbst nicht zur unkalkulierbaren Sicherheitslücke in Ihren geschäftskritischen Systemen wird.
| Fokus-Thema | ISO/IEC 27001 | ISO/IEC 42001 |
| System-Typ | ISMS (Informationssicherheits-Managementsystem) | AIMS (Artificial Intelligence Management System) |
| Logik | Deterministisch: Klassische Software folgt exakt programmierten Regeln. | Probabilistisch: KI-Systeme agieren nach Wahrscheinlichkeiten. |
| Kontrollobjekt | Die "Mauern" (IT-Infrastruktur & Zugriffsrechte). | Das "Verhalten" (Outputs, Entscheidungsfindung, Alignment). |
| Nutzer-Schutz | Schutz vor unbefugtem Datenzugriff. | Schutz vor Fehlentscheidungen und deren frühe Erkennung. |
| Steuerung von KI-Outputs | Nein | Ja |
| Steuerung autonomer KI-Agenten | Nein | Ja |
| Prüfung auf Bias & Diskriminierung | Nein | Ja |
| KI-Risikoanalyse | Nein | Ja |
| Transparenz & Erklärbarkeit | Nein | Ja |
| Umsetzungsgrundlage für EU KI-Verodnung | Nein | Ja |
| Umsetzungsgrundlage für NIS2-Richtlinie | Ja, ohne KI-Anwendungen | Ja, als notwendige Ergänzung für KI-Anwendungen |
Inhalt
Wer KI-Systeme produktiv einsetzt, merkt schnell: Klassische IT-Prozesse stoßen hier an ihre Grenzen. Um Innovationen nicht auszubremsen, aber gleichzeitig die volle Kontrolle über Daten und Ergebnisse zu behalten, braucht es mehr als punktuelle Prüfungen. Dieser zweitägige Intensivkurs vermittelt Ihnen das fundierte Wissen, um ein KI-Managementsystem gemäß ISO/IEC 42001 aufzubauen, zu skalieren und in bestehende Qualitäts- und Sicherheitsprozesse zu integrieren.
Wir betrachten den gesamten KI-Lebenszyklus – von der Qualität der Inputdaten bis zum Monitoring im laufenden Betrieb – und zeigen auf, wie die Norm als effektives Compliance-Vehikel für die EU KI-Verordnung dient. Dabei betrachten wir auch die Schnittstellen zur Cyber-Resilienz (NIS2) und zur Informationssicherheit (ISO 27001), um ein ganzheitliches Governance-Framework zu schaffen. Anstatt trockener Theorie erwarten Sie interaktive Übungen, Analysen von realem KI-Fehlverhalten und ein Deep Dive in die Kontrollmechanismen des Annex A. Wir diskutieren den aktuellen Stand zum Thema AI Alignment und zeigen praxisnah auf, wie Sie KI-Kritikern im eigenen Haus mit strategischen Frameworks begegnen können.
Programmübersicht
Tag 1: Fundament, Risiken & Norm-Architektur
- Einstieg & Motivation: Warum ein AIMS?
- Technischer Kontext: Besonderheiten & Risiken von KI-Systemen
- Recht & Compliance: EU KI-Verordnung & Normen
- Risiken systematisch steuern mit Managementsystemen
- Übersicht: KI-Managementsystem & ISO/IEC 42001
- Norm-Architektur: ISO/IEC 42001 Hauptkomponenten
- Maßnahmenkatalog (ISO/IEC 42001, Annex A)
- Interaktive Auditübung
- Simulation von KI-Fehlverhalten (Gruppenarbeit)
- Wrap-up: Kritische Reflexion und Ihre AIMS-Checkliste
Zielsetzung
Nach diesem Kurs sind Sie in der Lage:
- Die Anforderungen der ISO/IEC 42001-Norm zu interpretieren und auf Ihr Unternehmen anzuwenden.
- KI-spezifische Risiken über den gesamten KI-Lifecycle hinweg zu identifizieren und zu steuern.
- Die Schnittstellen zur EU KI-Verordnung und anderen Normen wie der ISO/IEC 27001 effektiv zu nutzen.
- Ein Framework für zuverlässige KI-Systeme zu etablieren.
- Als kompetenter Ansprechpartner für KI-Governance und KI-Audits zu agieren.
Zielgruppe
- KI-Verantwortliche, Chief AI Officers und IT-Leiter:innen.
- Digitalisierungsleiter:innen und Product Owner (mit KI-Fokus).
- KI-Anwender:innen (in kritischen Geschäftsprozessen).
- Compliance-Manager:innen, Qualitätsmanagement-Beauftragte und interne Auditor:innen.
- Unternehmensberater:innen mit Fokus auf Digitalisierung und Risikomanagement.
Voraussetzungen
- Interesse an der Schnittstelle zwischen (KI-)Technologie und Management.
- Grundlegendes Verständnis von KI-Konzepten ist vorteilhaft.
- Grundkenntnisse über Managementsysteme (z.B. ISO 9001 oder ISO 27001) sind vorteilhaft, aber nicht erforderlich.
Ihr Vorteil: Dieser Kurs vermittelt nicht nur die "Was-Frage" der Norm, sondern liefert mit dem Fokus auf den KI-Lebenszyklus, Anwendungsbeispiele und konkrete Szenarien die "Wie-Antwort" für die Praxis!
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"Dr. Alexander Neulinger, MSc. ist Mitgründer der Sparer & Neulinger Consulting & Systems GmbH, die Unternehmen dabei unterstützt, ihre KI-Systeme strukturiert und zukunftssicher zu gestalten. Er hält einen PhD in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und zusätzlich einen Master of Science in Information Systems. Als Wirtschaftsinformatiker bringt er praktische Erfahrungen aus dem Finanzwesen, Großhandel sowie IT-Providern ein. Während seiner Zeit als Forscher beschäftigte er sich mit den Themen Netzwerk-Interoperabilität, tokenomische Mechanismen und AI Alignment.“
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"Dr. Dipl.-Ing. Lukas Sparer ist Mitgründer der Sparer & Neulinger Consulting & Systems GmbH, die Unternehmen dabei unterstützt, KI-Systeme strukturiert einzusetzen und nachhaltige Governance-Strukturen aufzubauen. Er hält einen Diplom-Ingenieur in Technischer Physik sowie einen PhD in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Durch die Kombination seiner technischen und wirtschaftlichen Ausbildung verfügt er über fundiertes Wissen zur sicheren Gestaltung, Implementierung und Governance von KI-Systemen. In seiner Forschung beschäftigte er sich insbesondere mit AI Alignment sowie tokenökonomischen Systemen und untersuchte Mechanismen zur Gestaltung vertrauenswürdiger und verantwortungsvoll eingesetzter KI-Systeme.“