WIFI MEDIATIONSAUSBILDUNG
Der Lehrgang ist eine fundierte Mediationsausbildung – basierend auf mehrjähriger Erfahrung an mehreren WIFI Standorten, unter Berücksichtigung in- und ausländischer Erkenntnisse in der Mediatorenausbildung und gemäß der Zivilrechts-Mediations-Ausbildungsverordnung. Im Rahmen des Lehrgangs werden die Fähigkeiten, die zur Durchführung und Anleitung einer konstruktiven Konfliktlösung notwendig sind, vermittelt. Es werden daher folgende Kompetenzen eines Mediators / einer Mediatorin erworben:
Um diese zentralen Kompetenzen eines Mediators/einer Mediatorin zu vermitteln, wird im Lehrgang mit verschiedenen Lernsystemen (von Theorieinputs bis hin zu Rollenspielen) gearbeitet.
ANERKENNUNG DES LEHRGANGS
Der Mediationslehrgang entspricht der Zivilrechts-Mediations-Ausbildungsverordnung und das WIFI ist eine anerkannte Ausbildungseinrichtung beim Bundesministerium für Justiz.
Es besteht die Möglichkeit der Eintragung in die Liste der Zivilrechtsmediatoren nach Abschluss des Lehrgangs (für Personen ohne Quellberuf nach Abschluss der Erweiterten Ausbildung) bzw. die Ausübung der Mediation über den Gewerbeschein für Unternehmensberatung oder Lebens- und Sozialberatung eingeschränkt auf Mediation.
LEHRGANGSMODUS Der Mediationslehrgang am WIFI Graz dauert 3 Semester und umfasst 15 Ausbildungsblöcke im Ausmaß von 32 Seminartagen.
Inhalte und Ablauf der Ausbildung sind auf die Erfordernisse der verschiedenen Quellberufe abgestimmt (Basisausbildung und erweiterte Ausbildung). Durch verschiedene Lernsysteme und ein multiprofessionelles Trainerteam werden auf der Basis der mediativen Grundhaltung die Techniken und der Ablauf der Mediation vermittelt. Um einen höchstmöglichen Lernerfolg zu sichern, werden alle Seminare im Präsenzunterricht durchgeführt. Die Gesamtstundenanzahl für den/die Diplom-MediatorIn beträgt 300 Stunden.
ZEITEN Fr 14.00-22.00, Sa 09.00-17.00 (im Modul Einführung Do 14.00-22.00, Fr, Sa 09.00-17.00). Frei vereinbart werden 16 Stunden Kleingruppensupervision, 3 Stunden Einzelsupervision sowie 24 Stunden Arbeit in der Peergroup.
Die einzelnen Module finden im Abstand von 5 bis 6 Wochen statt. Die Supervisionseinheiten sind im Lehrgangspreis enthalten.
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TEILNEHMERKREIS Der Ausbildungslehrgang für Mediation wendet sich an Personen, die
Zielgruppe sind Personen, die ihre Aufgabe darin sehen, durch Vermittlung und Konfliktregelung das Leben im privaten Bereich friktionsfreier zu gestalten oder im beruflichen Bereich Blockaden, die durch Konflikte entstehen, abzubauen. Gute Voraussetzungen für den Beruf des/der Mediators/-in bringen beispielsweise Juristen/-innen, psychosoziale Fachkräfte (PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, DiplomsozialarbeiterInnen, PädagogInnen usw.), sowie Personen, die in Beratung (Personalberatung, Personalbetreuung oder Unternehmensberatung, Wirtschaftstreuhänder/-innen, Steuerberater/-innen) und Personal-Management tätig sind.
BERUFSBILD
MediatorInnen sind in Österreich mittlerweile seit fast 2 Jahrzehnten in familiären, wirtschaftlichen und öffentlichen Konflikten tätig. Durch das Zivilrechts-Mediationsgesetz wurde die Mediation 2004 auch gesetzlich verankert. MediatorInnen sind aber auch innerhalb von Unternehmen tätig (interne Mediation) bzw. wenden ihr Wissen als Führungskräfte, in Personalbabteilungen oder im Rahmen von Beschwerdemanagement an und tragen so zur Entwicklung einer unternehmensinternen Konfliktkultur bei. Eine Mediationsausbildung ermöglicht nicht zuletzt Personen, die beruflich mit Konflikten konfrontiert sind, den Erwerb zusätzlicher Handwerkszeuge und Haltungen für den Grundberuf und führt so zu einer Kompetenzerweiterung für diese Berufsgruppen (z. B.: RechtsanwältInnen, UnternehmensberaterInnen, SteuerberaterInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, DiplomsozialarbeiterInnen usw.). ORIENTIERUNGSGESPRÄCH Die Orientierungsgespräche werden in Form von Einzelgesprächen von jeweils einer der 3 Lehrgangsleiterinnen durchgeführt. Ziel dieser Gespräche ist es, genau abzuklären, ob das tatsächliche Angebot des Lehrganges mit den Erwartungen und Anforderungen der InteressentInnen übereinstimmt.
DAS PROGRAMM IM ÜBERBLICK
AUSBILDUNGSINHALTE (entsprechend der Zivilrechts-Mediations-Ausbildungsverordnung)
DIPLOMAUSBILDUNG MEDIATION
Einführung in die Mediation (24 h) Theoretische Grundlagen der Mediation, Geschichte u. Entwicklung in USA, Europa und speziell Österreich; Grundgedanken, Phasenmodell und prinzipieller Ablauf einer Mediation, Vorstellung einzelner Grundtechniken (z.B. aktives Zuhören), Ökonomische Realität in der Mediationspraxis, erste Rollenspiele und Einfühlen in die Rolle der MediatorInnen
Ablauf + Stufen der Mediation 1 (16 h) Vertiefung der Phasen 1-3 der Mediation, spezielle Fragestellungen der Auftragsklärung, Erarbeitung von Interessen und Bedürfnissen, Rollenspiel aus der Scheidungsmediation, Klärung der Kostenfrage, erstes Rollenspiel in Co-Mediation in Verbindung mit Fragen die sich aus der Arbeit mit mehr als 2 Beteiligten ergeben. Umgang mit der wertschätzenden, allparteilichen Haltung von MediatorInnen, Einspüren in diese Haltung und entsprechende Reflexion
Ablauf + Stufen der Mediation 2 (16 h) Vertiefung der Phasen 4-6 und Wiederholung der bereits bekannten Phasen. Darstellung der Mediation als Ganzes, neuerliche Bearbeitung der Phasen 1-3 in Hinblick auf die nun erworbenen Erkenntnisse durch das Erlernen der Lösungsphase, Kreativitätstechniken, Einführung in die rechtlichen Aspekte der Mediationsvereinbarung, Übung im Rollenspiel
Kommunikative Techniken der Mediation 1 (16 h) Grundtechniken und Fragetechniken der Mediation, Konflikttheorie und Bearbeitung von Konfliktsymptomatiken mit kommunikativen Techniken, wertfreies und neutrales Fragen in der Mediation, Fehlerquellen in der Kommunikation, Übung und Anwendung in Rollenspielen
Kommunikative Techniken der Mediation 2 (16 h) Gesprächsführung und Moderation in Konfliktsituationen, problemorientiertes versus ressourcenorientiertes Arbeiten im Konflikt, Haltung als Basis der Anwendung kommunikativer Techniken in der Mediation, Übung und Anwendung in Rollenspielen
Selbsterfahrung (16 h) Zugang und Wahrnehmung der Situation der MediandInnen über verschiedene Methoden, Rollen- und Perspektiven wechseln, Erkennen und Bewusstwerden eigener Muster in der Mediation, Reflexion der eigenen sozialen Identität, der eigenen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Wertvorstellungen und die der künftigen MediandInnen
Ethik und Recht in der Mediation (16 h) Ethische Fragen in der Mediation, die Einflüsse aus Quellberuf und Lebenserfahrung, ethische versus ökonomische Überlegungen in der Arbeit an Fällen, Haltung und Menschenbild in der Mediation, Rechte und Pflichten aus dem Zivilrechts-Mediations-Gesetz im Zusammenhang mit Ethik, Übung und Anwendung in Rollenspielen
Die Psychologie der Mediation (16 h) Grundlagen der Persönlichkeitspsychologie: Interessen und Bedürfnisse, Motive, Einstellungen und Werte als Teil der Persönlichkeit, Gruppenpsychologie und Gruppenphänomene, Arbeiten auf der emotionalen Ebene und der Beziehungsebene, Metaebene und Metakommunikation, die humanistische Psychologie als Quelle für die Mediation, Übung und Anwendung in Rollenspielen
Das Recht in der Mediation (16 h) Grundzüge rechtlicher Bestimmungen und deren Bedeutung in der Mediation: Zivilrechts-Mediations-Gesetz, Familienrecht und Vertragsrecht, Verweis an Beratung insbesondere zur Rechtsberatung versus Rechtsinformation in der Mediation, Mediationsvertrag und Mediationsvereinbarung, Übung und Anwendung anhand von Fallbeispielen
Familienmediation (16 h) Spezielle Konfliktkonstellationen in familiären Konflikten, Gesprächsführung und Interventionen in der Familienmediation, Genderthematiken, Arbeiten in Co-Mediation, Haltung und Abgrenzung in der Familienmediation, Arbeiten und Anwenden anhand von Beispielen aus Scheidung und Familie
Wirtschaftsmediation (16 h) Mediation im wirtschaftlichen Kontext, Konfliktanalyse (heißer-kalter Konflikt), wer sind die eigentlichen Beteiligten am Konflikt, Eskalationsstufen, Besonderheiten der Arbeit mit größeren Gruppen, Besonderheiten der Auftragsklärung, Erarbeiten des inneren Auftrags der in Mediation „geschickten“ Beteiligten, Hierarchien, Kalkulation, ökonomische Zusammenhänge, Bearbeitung , Üben und Erlernen der Themen in Rollenspielen
Umweltmediation (16 h) Mediation im Umweltbereich, Bürgerbeteiligungsverfahren, Konfliktanalyse im Vorfeld eines Verfahrens zur Auftragsklärung, Einführung in die Besonderheiten der Gesprächsführung und Moderation von Großgruppen, Arbeit im Team um den speziellen Anforderungen der Großgruppen gerecht zu werden, UVP-Gesetz, Rollenspiele und Übung von vorbereitenden Einzelgesprächen
Schulmediation (16 h) Besonderheiten der Schulmediation, Konfliktanalyse im Schulkontext:“Wer sind die Beteiligten?“ Peermediation, spezielle Kommunikationstechniken in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Genderthematik und gruppendynamische Prozesse in den Klassen, Interventionsformen im Kontext Schule, Übungen in Gruppenarbeiten und Rollenspielen
Supervision Peergruppe und Supervision Praxisfall (16 h + 16 h) Supervision Peergruppe: neben klassischer Supervision auch Analyse von Fallbeispielen, des Rollenverständnisses und der Haltung, Selbsterfahrung und Fragen des Zugangs zum Markt. Supervision Praxisfall: Supervision und Reflexion des Praxisfalles, Bearbeitung von Fragen daraus sowie Anregungen zur Weiterentwicklung der eigenen Person und des Arbeitsstils
Die Ausübung der Mediation in der Praxis (8 h) Die Ausübung der Mediation: Zivilrechts-Mediations-Gesetz, gewerberechtliche Bestimmungen, sozialversicherungsrechtliche und steuerrechtliche Rahmenbedingungen der Mediation, Kalkulation und Vermarktung der eigenen Leistungen, Zielgruppendefinition und Zielgruppenerreichung, anhand konkreter Fallbeispiele und Übungen aus verschiedenen Anwendungsfeldern ERWEITERTE AUSBILDUNG
Körpersprache: Wahrnehmung, Übung, Reflexion in der Mediation (16 h) Bewusstwerden und Sensibilisierung für die Bedeutung nonverbaler Kanäle, eigene Handlungsspielräume im nonverbalen Bereich reflektieren und erweitern, anhand von Selbsterfahrungsübungen und Rollenspielen aus den Bereichen der Mediation
Marketing und Öffentlichkeitsarbeit für Mediatoren (8 h) Bildung von Kundensegmenten, Sichtweisen der potentiellen KundInnen auf angebotene Dienstleistungen, individuellen Ausgestaltung des eigenen Produktpaketes, Techniken der Öffentlichkeitsarbeit und Möglichkeiten der Vermarktung
Die Anwendung von Moderationstechniken in der Mediation (16 h) Die in der Ausbildung erworbenen und kennengelernten Methoden der Moderation und der Gruppenarbeit in konkreten Rollenspielen und Simulationen von Mediationsfällen erproben, üben, auswerten und reflektieren
Das Recht in der Mediation - Vertiefung (16 h) Grundkenntnis Zivilrechtlicher Bestimmungen mit Bedeutung in verschiedenen Anwendungsbereichen der Mediation, Sicherheit im Umgang mit dem Recht in der Mediation, Erkennen der eigenen Grenzen und gezielter Verweis an Beratung
Haltung, Einstellung, Konfliktverhalten in der Mediation (10 h) Reflexion eigener Fähigkeiten im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich und Weiterentwicklung dieser Fähigkeiten – insbesondere in Bezug auf die Haltung Menschen gegenüber, Einstellungen und Werte, sowie das Konfliktverhalten und Konflikterleben
TRAINERTEAM
Lehrgangsleitung
Konzept und Leitung des Lehrgangs sowie der Erweiterten Ausbildung durch ein erfahrenes Team: Mag. Anna Unterholzer, Mag. Gudrun Turek-Lima und Mag. Susanne Lederer. Sie verfügen über langjährige Mediationspraxis in verschiedenen Feldern der Mediation, über Ausbildung und Erfahrung in der Erwachsenenbildung und leiten die Mediationsausbildungen der WIFIs Graz, Linz und Salzburg seit mittlerweile 10 Jahren.
Trainerinnen und Trainer
Heinz Vogel, MBA Teamleiter
Gabriele Raßwallner Officemanagement
Telefon: (0316) 602-333 gabriele.rasswallner@stmk.wifi.at